Walnussbrot, stilles Wasser und Alkohol ab 16 Jahren

Walnussbrot, stilles Wasser und Alkohol ab 16 Jahren

Einblicke in den deutschen Schulalltag erhalten die beiden französischen Austauschschüler Louis und Mathurin, die rund sechs Wochen das GAG besuchen. Die beiden 16-Jährigen  leben bei ihren Gastfamilien in Ledde beziehungsweise Tecklenburg und nehmen am Unterricht der bilingualen Klasse 9 teil.
Louis wohnt bei Familie Hausfeld in Ledde und kommt aus Rochefort-sur-Loire, einem kleinen Dorf neben Chalonnes-sur-Loire. Er lernt die deutsche Sprache seit fünf Jahren und meint: „Die Schule in Deutschland ist ganz anders als in Frankreich.“ Die Schule geht daheim zum Beispiel viel länger nämlich von 8 bis 17.30 Uhr. Oder im GAG gibt es keine Kantine, nur eine Cafeteria. „In meinem Lycée gibt es keine Cafeteria und wir nehmen kein Brot mit“, erklärt Louis, der schon zuvor am GAG war. 
Er hat in seinen ersten zwei Wochen am GAG beobachtet: „In Deutschland schreiben die Schülerinnen und Schüler nicht viel, aber sie sprechen viel mit den Lehrerinnen und Lehrern. In Frankreich ist es umgekehrt. Ich bevorzuge sprechen, weil ich lerne besser, wenn ich höre. Das spricht für die deutsche Schule.“ Für ihn sei der Unterricht hier „ziemlich schwer, da die Lehrerinnen und Lehrer ziemlich schnell und nicht direkt mit mir reden“. Allerdings habe Louis im bilingualen Zweig der Jahrgangsstufe 9 viele Fächer auf Englisch und er besuche auch den Französischunterricht, „was die Sache oft erleichtert“.
Mathurin lernt Deutsch seit fünf Jahren und er war schon fünf Mal in Tecklenburg: „Vier mal mit meinem Collège, es heißt Saint-Exupéry, und einmal mit meiner Familie. Ich wollte nach Deutschland fahren, um mein Deutsch zu verbessern und ich mag Tecklenburg sehr gern.“
Mathurin mag auch das GAG, weil er viele Schülerinnen und Schüler kennt. Im Schulalltag hat er bemerkt: „Die Kurse sind unterschiedlich im Vergleich zu französischen Kursen. In Frankreich gibt es erstens Unterricht von 8 bis 16 Uhr oder bis 18 Uhr am Tag, aber unsere Kurse dauern nur 55 Minuten. In Frankreich gibt es auch weniger Freizeit zwischen den Kursen. Hier gibt es 20 Minuten und in Chevrollier gibt es nur 15 Minuten.“
Allgemein sei laut Mathurin das Leben – auch bei der Familie Blümel – in Deutschland unterschiedlich: Zum Beispiel gibt es in Frankreich Essen immer zu einer bestimmten Uhrzeit, während man in Deutschland jederzeit etwas essen kann. „In Deutschland gibt es auch viel Schwarzbrot, Walnussbrot oder Brot mit Samen“, hat er festgestellt und er ergänzt: „In Frankreich haben wir auch viel Brot, aber mehr Weißbrot.“ Es gibt noch viele weitere Unterschiede wie das Essen oder deutsche Hobbys, Züge und Busse. 
Auch Louis ist etwas aufgefallen: „Ich habe nur zwei Dinge gemerkt. Das eine ist, dass in Deutschland das Wasser automatisch mit Kohlensäure versetzt ist. Und in Restaurants gibt es oft nicht Wasser ohne Sprudel. In Frankreich ist das nicht so, sondern die deutliche Mehrheit trinkt stilles Wasser. Und zweitens: In Frankreich kann man Alkohol ab 18 Jahren kaufen, in Deutschland sind manche Sorten schon ab 16 Jahren erlaubt.“
Die beiden vollständigen Erfahrungsberichte von ihrer ersten Zeit am GAG sind hier zu finden:
(Ig)