Tag der offenen Tür: gelebte Vielfalt!

Tag der offenen Tür: gelebte Vielfalt!

„Jeder ist hier willkommen!“ Mit dieser Textzeile des offiziellen GAG-Songs eröffnete das Graf-Adolf-Gymnasium am Freitagnachmittag seinen Tag der offenen Tür. Mitreißend bildete der allseits schon bekannte GAG-Song den Auftakt der Veranstaltung, angestimmt durch den Chor der Jahrgangsstufe 5. Evelyn Futterknecht, die seit Beginn des Schuljahrs neue Schulleiterin der Schule ist, begrüßte die Gäste und freute sich über das rege Interesse an dem lebendigen und vielfältigen Schulleben. Sie wies darauf hin, dass sie sich besonders mit dem Profil des GAG als UNESCO-Schule identifiziert und die dafür zentralen Aspekte im pädagogischen Konzept sowie im schulischen Alltag wiedergefunden hat, weil soziales Miteinander, interkulturelles Lernen, Menschenrechtserziehung, Umweltfragen und globale Themen hier eine zentrale Rolle spielen. Auch Bürgermeister Stefan Streit begrüßte die Gäste und dankte dem Graf-Adolf-Gymnasium  für die überzeugende und wichtige pädagogische Arbeit am Standort.

Viele Schülerinnen und Schüler der vierten Grundschulklassen wollten gemeinsam mit ihren Eltern einen Eindruck vom Lernen und Leben am GAG gewinnen. Schülerinnen und Schüler aus Abschlussklassen von Haupt- und Realschulen konnten sich über die Gymnasiale Oberstufe informieren.

Die Entdeckungsreise war von Erprobungsstufenkoordinator Björn Igelbrink gemeinsam mit dem Kollegium vorbereitet worden. Und es war sehr viel Phantasie und persönliches Engagement dabei. Alle Unterrichtsfächer und Arbeitsgemeinschaften stellten sich in Fachräumen oder originellen Präsentationen vor. An Informationsständen sorgten Lehrer- oder Schülerteams für Erläuterungen, Beratung und Wegweisung. Eltern aus der Schulpflegschaft und dem GAG-Förderkreis standen in der Mensa bei Kaffee und Kuchen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Über 200 Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangsstufen stellten motiviert und lebendig unter Beweis, wie sehr sie sich mit „ihrem GAG“ identifizieren: Dies sind rund ein Viertel der gesamten Schülerschaft des 1923 gegründeten ältesten Gymnasiums der Region, die sich sachkundig und kreativ beteiligten.

Unterstützt durch Programm, Raumplan und die Beratung an den Info-Points waren einige mutige Viertklässlerinnen und Viertklässler selbstständig unterwegs. Fast überall galt die Devise „Mitmachen“. Die Kinder aus der bilingualen Klasse 8a warben für ihr durch die griechische Geschichte inspiriertes englisches Theaterstück. In der Bibliothek konnten stumme Spielzenen, frei interpretiert nach deutschen Balladen, bestaunt werden. Eine Red-Hand-Aktion gegen den weltweiten Missbrauch von Kindern als Soldaten führte der SoWi-Kurs Klasse 9a durch, während eine Gruppe aus der 7a Kaufentscheidungen von Lebensmitteln durch Simulation verschiedenster Angebote verdeutlichten.

Der in den Jahrgangsstufen 5 und 6 bestehenden Option, ein Blasinstrument im Rahmen einer Bläserklasse zu erlernen, konnte in der Aula nachgegangen werden; hier wurden Instrumente erkundet, und Teilproben der Titelmelodie aus „Pirates of the Caribbean“ standen auf dem Programm.

Das GAG ist MINT-Schule und bietet für alle Jahrgänge neben den regulären Lerninhalten auch interessante Projekte und Wettbewerbe an. Gezielt will man eventuell bestehende mentale Barrieren bei der Auseinandersetzung mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik abbauen; individuelle und gruppenbezogene Forschungsaktivitäten werden gefördert. Im Naturwissenschaftstrakt konnte man optische Versuche beobachten, Schaltkreise erahnen oder das Prinzip binärer Codes anhand eines Spiels verstehen lernen. Experimentelles Lernen in den Fächern Biologie, Chemie und Physik hat am GAG bereits seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Neue Technikräume bieten seit vier Jahren optimale Voraussetzungen für naturwissenschaftlich-technisches Lernen nach modernsten didaktischen Konzepten. Die Umbauten, Geräte und Materialien werden durch Spenden von Firmen-Sponsoren mit Hilfe des Förderkreises der Freunde des Graf-Adolf-Gymnasiums im Rahmen des MINT-Konzepts finanziell gefördert, wozu auch die laufenden Innovationen der sehr erfolgreichen Robotik-AG gehören..

Neben Englisch als erster Fremdsprache folgen in der sechsten Klasse die Fremdsprachen Französisch, Latein oder Spanisch, und sie alle präsentierten sich mit interessanten Einblicken, auch auf der Ebene von Schüleraustausch, Exkursionen und Wettbewerbserfolgen. Im Kunst- und Werkraum konnten Tonfiguren modelliert und Lithografien aus eigenen Fotos hergestellt werden. Im Geschichtsraum wurden steinzeitliche Werkzeuge ausprobiert und die Arbeit von Archäologen nachempfunden. In der Sporthalle konnten bei einem Parcours-Laufen Bewegung und aktives Mitdenken angeregt werden.

Das GAG präsentierte sich in seinem sehr vielseitigen und und lebendigen Profil, das offen ist für individuelle Lern- und Forschungsinteressen. „Wir stellen uns mit unserer nun fast 94jährigen Schulgeschichte selbstbewusst und mit durchdachten Konzepten dem Wandel der regionalen Schullandschaft“, sagt Erprobungsstufenleiter Igelbrink. Dies erscheint plausibel vor dem Hintergrund, dass das GAG als Aufbaugymnasium für begabte Volksschulabsolventen entstand, mit den Jahren zum voll ausgebauten Gymnasium wuchs und und 1972 als „Tecklenburger Modell“ eine der Pilotschulen der NRW-Oberstufenreform war.

Vertrauen von Eltern in die Verlässlichkeit und Flexibilität dieser Schule wurde insbesondere im Elterncafé in der Mensa deutlich. Die Gespräche zeigten, dass dies für viele ein wichtiges Kriterium ist, auch unabhängig vom Wohnort.

Auch Schülerinnen und Schüler mit eingeschränkter Gymnasialempfehlung absolvieren hier erfahrungsgemäß eine erfolgreiche Schullaufbahn, unterstützt durch individuelle Förderangebote und eine große Bandbreite neigungsbetonter Wahlmöglichkeiten. Alle sollen individuelle Wege einer Potenzial-, Interessen- und Persönlichkeitsentfaltung gestalten können. „Gelebte Vielfalt macht das GAG aus“, freut sich die Schulleitern.

(Hö)