MINTernational in Noordwijk unterwegs

MINTernational in Noordwijk unterwegs

Für fünf Tage fuhren wir acht Schüler*innen aus der EF, der Q1 und der Q2 mit Herrn Reineke und Frau Futterknecht zum Northgo College in Noordwijk, um dort an einem MINT-Projekt teilzunehmen. Die einzige Information darüber, worum es gehen sollte, im Vorfeld lautete: „Ein Investor stellt euch ein Problem vor, das ihr lösen sollt.“

Dementsprechend neugierig bestiegen wir gemeinsam den Bus in Richtung Niederlande. Da wir über eine Stunde früher als erwartet ankamen, machten wir noch einen kurzen Ausflug zum Strand. Ordentlich durchgepustet trafen wir dann die vier niederländischen Schüler, die mit uns an dem Projekt arbeiten sollten, und zwei Lehrkräfte, die uns begleiten sollten. Nach der Begrüßung wurde uns dann die Schule gezeigt, welche laut dem niederländischen Lehrer Henk Bezemer vergleichbar mit Schulen in Deutschland sei – jedoch nur hinsichtlich der Größe. Im Hinblick auf die Ausstattung unterscheiden sie sich deutlich. Nach einer Stunde „Black stories“ und dem Planen der kommenden Abende ging es in die Gastfamilien.

Am Dienstag trafen wir uns zu Schulbeginn um 8.30 Uhr im Technasium wieder – ein Raum, in dem an MINT orientierten Projekten gearbeitet wird. Dort erarbeiteten wir bei Marieke Jochimsen verschiedene Aspekte zur Potenzialanalyse, zu Zielformulierungen und Teamwork – alles in englischer Sprache. Zwischendurch waren die niederländischen Schüler mit von der Partie, jedoch mussten sie auch immer wieder an ihrem eigenen Unterricht teilnehmen. Nach einer Pause am Mittag stellte uns dann Peter van der Klugt, Administrator des Rotterdamer Hafens, die Projektaufgabe vor: Wir sollten nach dem Vorbild eines Aufzuges eine „Autonomous Hitchhiker Ferry“ über die Maas, einem Fluss in Rotterdam, entwickeln. Wenn eine Person an einem Anleger eine Fähre ruft, sollte sie dann – on demand – kommen und diese zu dem gewünschten Ziel bringen. Nach einem gemeinsamen Brainstorming in Kleingruppen, gemeinsam mit den Niederländern, war der Tag in der Schule auch schon zu Ende. Im Anschluss unternahmen wir gemeinsam eine Wanderung durch die Dünen Noordwijks und anschließend gingen wir Schüler*innen ins Restaurant „Bregje“.

Auch am Mittwoch trafen sich die deutschen Schüler*innen im Technasium. Dort arbeiteten wir in drei Gruppen an dem beauftragten Projekt. Eine war für das Design der Fähre zuständig, eine andere für das der Anlegestationen und eine dritte für die Verkehrslogistik auf der Grundlage des Hafenplans von Rotterdam. Die ersten Überlegungen wurden auf die Tische geschrieben, denn diese sind mit einer Whiteboard-Oberfläche ausgestattet, extra für diesen Zweck. Am Nachmittag übertrugen wir die Ideen in Form von Zeichnungen mithilfe von entsprechender Software auf die Computer. Nach Schulschluss um vier Uhr fuhren wir wieder mit Fahrrädern – dem Hauptfortbewegungsmittel der Niederländer – zum „Jumping Noordwijk“. Nach einer Stunde in der Trampolinhalle ging es dann wieder zurück in die Gastfamilien.

Am Donnerstag trafen wir uns erst um 8.55 Uhr an dem Lehrkräftefahrradständer. Von dort aus fuhren wir mit allen beteiligten niederländischen und deutschen Schüler*innen und Lehrer*innen nach Rotterdam. Dort erlebten wir eine Hafenrundfahrt in eben dem Hafen, in dem unsere Fähre vielleicht in naher Zukunft bald fahren würde. Später besichtigten wir den „RDM Campus“, eine ehemalige U-Boot-Werft, in der Student*innen und Start-up-Unternehmen an innovativen technischen Projekten arbeiten.

Nach einem Besuch des Euromast hatten wir dann vier Stunden Freizeit, in der wir in Gruppen die Innenstadt Rotterdams erkundeten und uns stärkten. Gegen acht Uhr kamen wir dann wieder an der Schule an. Am Freitag bereiteten wir die Abschlusspräsentation unseres Projektes vor, gaben ihr noch den letzten Feinschliff. Schließlich trafen wir dann auch unseren Auftraggeber Herrn van der Klugt wieder und stellten ihm unser ausgearbeitetes Konzept der „Autonomous Hitchhiker Ferry“ vor. Aufgrund wichtiger Aspekte nachhaltigen Energieeinsatzes nannten wir dieses Konzept scherzhaft „Gondola Grün“. Nach vielen Rückfragen und einer angeregten Diskussion über eine mögliche Realisierung des Projektes war dann auch leider schon die Zeit des Abschiedes gekommen. Schließlich fuhren wir wieder nach Tecklenburg zurück.
Alles in allem war es ein sehr interessantes Projekt, das verschiedene Aspekte mit einbezogen hat. Nicht nur das Projekt selbst, auch die Zusammenarbeit mit den Niederländern hat viel Spaß gemacht.

Charlotte Schwager, Q1