„Jugend rettet“ zu Gast am GAG

„Jugend rettet“ zu Gast am GAG

Die Freude bei Paul-Johann Vinke und Marius Mehling, Studierende an Münsteraner Hochschulen, war groß, als sie für die Organisation JUGEND RETTET e.V. gesammelte Spenden der SV entgegennahmen. Durch die beiden Referenten erfuhren die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und EF einiges über die Ziele und die Aktivitäten dieser Organisation, die bis vor kurzem aktiv bei der Rettung von flüchtenden Menschen aus Seenot im Mittelmeer mitwirkte. Bis vor kurzem deshalb, da es für Seenotrettungsorganisationen in Anbetracht immer restriktiver werdender Auflagen europäischer Migrationspolitik immer schwieriger wird, ungestraft Menschen aus Seenot zu retten. Spenden, die der Verein früher zur Seenotrettung geflüchteter Menschen einsetzen konnte, werden nun benötigt, um die gerichtliche Verteidigung der Menschen zu unterstützen, die nun aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft kriminalisiert werden.
Schulleiterin Evelyn Futterknecht freut sich über den Einsatz ihrer Schülerinnen und Schüler. „Soziales Engagement ist eine tragende Säule der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen“, so die Schulleiterin. Die Organisation JUGEND RETTET e.V. wurde im Jahr 2015 deutschlandweit gegründet, um flüchtende Menschen, die bei der Überfahrt über das Mittelmeer in Lebensgefahr geraten, zu retten. Ein Netzwerk junger Menschen, dezentral in vielen Städten organisiert, akquiriert mit Hilfe eines Facebook-Auftritts Spendengelder für Seenotrettung und Informationsveranstaltungen. In Kooperation mit JUGEND RETTET europe werden außerdem Diskussionsforen über die europäische Asylpraxis organisiert, um insbesondere bei jungen Menschen die Bereitschaft zur aktiven Auseinandersetzung mit den Problemen flüchtender Menschen wachzuhalten. So hatten auch die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, durch den gleichnamigen Film „Iuventa“ die Einsätze der Organisation sowie die Festsetzung des Schiffes wahrzunehmen und in einem anschließenden Publikumsgespräch nach Hintergründen und weiteren Entwicklungen zu fragen.
Seit Juli 2016 kreuzte das eigene Rettungsschiff JUVENTA, ein ehemaliger holländischer Fischtrawler, das für den Einsatz umgebaut und auf diesen Namen umgetauft wurde, im Mittelmeer. Flüchtende Menschen wurden direkt oder auf Rettungsinseln geborgen. In zahlreichen eigenen Missionen war die JUVENTA schon unterwegs. Im August 2018 wurde sie aus – für viele – zweifelhaften Gründen von den italienischen Behörden beschlagnahmt. Seitdem benötigen einige Crew-Mitglieder Unterstützung, um in gerichtlichen Verfahren angemessen vertreten zu werden.
(Fu/Hö)