Die GAG-Medienscouts – gemeinsam stark gegen Hass und Gewalt im Netz

Die GAG-Medienscouts – gemeinsam stark gegen Hass und Gewalt im Netz

Am vergangenen Mittwoch (12. September 2026) fand am Graf-Adolf-Gymnasium in Tecklenburg eine Informationsveranstaltung zum Thema Hass und Gewalt im Netz statt. In einer ruhigenund zugewandten Atmosphäre kamen Schülerinnen und Schüler sowie Eltern miteinander ins Gespräch – und nahmen viele konkrete Impulse mit, wie Mediennutzung im Alltag sicherer und bewusster gelingen kann.
Als Referent war Wilhelm Rinschen von der Landesanstalt für Medien NRW zu Gast. Er machte deutlich, dass digitale Räume für Kinder und Jugendliche längst fester Bestandteil ihrer Lebenswelt sind – mit Chancen, aber ebenso mit Gefahren, besonders dort, wo Künstliche Intelligenz Inhalte verstärkt, filtert oder gezielt zuspitzt. Wer Apps wie Snapchat oder WhatsApp unbegleitet nutze, laufe Gefahr, dass das, was zunächst nach „nur Spaß“ aussieht, schnell in eine Gefährdung umschlagen kann – etwa durch problematische Inhalte, Kontaktanbahnung, Manipulation oder Gruppendruck.
Ein prägnantes Bild blieb vielen Anwesenden besonders im Gedächtnis: Rinschen verglich den verantwortungsvollen Umgang mit Social Media mit dem ersten Schultag. Viele Eltern nehmen ihr Kind dann an die Hand und bringen es sicher zur Schule. Diesen Schutz- und Begleitgedanken, so sein Wunsch, sollten Eltern auch bei der Nutzung sozialer Medien ernst nehmen – denn nicht allen sei bewusst, welch mächtiges Gerät sie ihren Kindern mit einem Smartphone in die Hand geben. „Die ganze Welt“ – mit ihren guten, aber auch ihren dunklen Seiten – könne in kurzer Zeit auf Kinder einwirken. Deshalb sei es wichtig, sich nicht allein auf Sicherheitseinstellungen der Konzerne zu verlassen. Entscheidend sei vielmehr, als Familie selbst dafür zu sorgen, dass es dem Kind mit der Smartphone-Nutzung gut geht.
Kritisch nahm der Referent auch WhatsApp-Gruppen in den Blick. Gerade dort, so seine Beobachtung, erleben Kinder teils schon in jungem Alter Mobbing, Ausgrenzung und Ablehnung – oft in einem Tempo, das sie emotional überfordert. Jedoch gebe es Hilfe: Rinschen verwies auf die Zebra-App, über die Betroffene Unterstützung erhalten können, wenn es zu Mobbing oder anderen verstörenden Erlebnissen kommt.
Ein weiterer wichtiger Baustein des Abends war die Stärkung der schulischen Unterstützungssysteme: Die speziell ausgebildeten Medienscouts am GAG stehen Schülerinnen und Schülern im Schulalltag zur Seite. Begleitet werden sie von den betreuenden Lehrerinnen Daniela Weißbach und Yvonne Kirchner, die als feste Ansprechpartnerinnen jederzeit zur Stelle sind, wenn Jugendliche Hilfe benötigen.
Deutlich wurde an diesem Abend vor allem eines: Gute Medienerziehung gelingt dann, wenn Elternhaus und Schule gemeinsam handeln und den gemeinsamen Erziehungsauftrag aktiv wahrnehmen. Die Veranstaltung setzte ein positives Zeichen dafür, wie Kooperation gelingen kann – mit offenen Gesprächen, klaren Botschaften und der Ermutigung, Kinder nicht allein zu lassen, sondern sie auch digital „an die Hand zu nehmen“.
(Hö)