Geschichtsexkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Esterwegen
Am Donnerstag, den 02. Juli 2026, besuchte die Jahrgangsstufe 9 des Graf-Adolf-Gymnasiums zusammen mit Frau Bahr, Herrn Dr. Kemper und Herrn Stroff die Gedenkstätte Esterwegen. Das GAG wurde dabei mit 500 € Spendengeldern von der Kreissparkasse Steinfurt unterstützt. Der Besuch in Esterwegen fand im Rahmen des Geschichtsunterrichts statt und half den Schüler*innen, die Zeit des Nationalsozialismus genauer zu verstehen.
Esterwegen war eines von insgesamt 15 Konzentrations-, Strafgefangenen- und Kriegsgefangenenlagern im Emsland. Dort wurden Tausende von Menschen gefangen gehalten, darunter zahlreiche „politische Gefangene“, die den Nationalsozialisten bei der Durchsetzung ihrer Herrschaft im Wege standen. Die Häftlinge, meist Gegner des NS-Regimes, mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. In Esterwegen wurden seinerzeit über 100.000 Männer körperlich und psychisch misshandelt, deren Arbeitskraft man für die Kultivierung der anliegenden Moorlandschaft und generelle Zwangsarbeit nutzte. Diese Eindrücke ließen großes Interesse bei den Jugendlichen über das Thema Nationalsozialismus aufkommen.
Die Schüler*innen nahmen an einem lehrreichen Programm teil, indem sie den Ort der „Hölle im Moor“ gewissenhaft erkundeten. Auf dem Außengelände der Gedenkstätte wurden den Jugendlichen mit Hilfe einer Führung die Überreste oder mit Büschen nachgestellten Unterkünfte für die Häftlinge nähergebracht. Dieser Rundgang ermöglichte den Jugendlichen die Ausstellung im Innern der Gedenkstätte besser nachzuvollziehen. Dort konnten die Schüler*innen historische Persönlichkeiten wie den inhaftierten Schriftsteller, Journalisten und Pazifisten Carl von Ossietzky besser kennenlernen. Er war zwischen 1933 und 1936 in Esterwegen inhaftiert und erhielt im Jahre 1936 den Friedensnobelpreis, den er nicht selbst entgegennehmen konnte. Carl von Ossietzky erkrankte an Tuberkulose und wurde unter polizeilicher Aufsicht in das Berliner Krankenhaus überstellt, wo er schließlich verstarb. Während des Programms konnten die Schüler*innen aus dem Geschichtsunterricht mitgebrachte Fragen stellen und zahlreiche neue entwickeln. In der Innenausstellung konnten die Jugendlichen kleine Forschungsaufgaben über die Verfolgung und Gewalt in Esterwegen erarbeiten.
Im Anschluss lernten die Schüler*innen das bekannte Lied der Moorsoldaten kennen. Es ist ein Widerstandslied, welches 1933 von politischen Gefangenen im Konzentrationslager Börgermoor im Emsland geschrieben wurde.
Die Schüler*innen zeigten sich von dem Tagesausflug mit den verschiedenen Erfahrungen sehr beeindruckt. Im anschließenden Geschichtsunterricht in Klasse 10 werden die Jugendlichen zusammen mit ihren Lehrkräften diskutieren und ausarbeiten, welche Lehren aus den Verbrechen gezogen werden können.
Leticia Dabić (9a) und Sophie Wittek (9b)


