Das Herz is(s)t mit: kulinarische Begegnungen

Das Herz is(s)t mit: kulinarische Begegnungen

Mumin Hasan, 28, Almahdi Almarrawi, 24, Shoaib Akthari, 22, Hamid Saeedi, 21, und Nils Niemeyer, 16, (Foto von rechts beginnend) präsentierten erfreut eine Auswahl ihrer kulinarischen Schätze, die sie für den Begegnungstag der Arche e.V. liebevoll gehoben hatten.

Als das Graf-Adolf-Gymnasium vor einigen Monaten dazu einlud, gemeinsam Vernetzungsideen von Arche e.V., der Flüchtlingshilfe e.V. und dem Graf-Adolf-Gymnasium umzusetzen, war der Plan gefasst: Schülerinnen und Schüler kochen gemeinsam mit zugewanderten Menschen mit Fluchterfahrung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arche e.V. für den sommerlichen Begegnungstag, den die Arche e.V. wie in jedem Jahr veranstaltete.

In diesem gemeinsam mit In Via e.V. organisierten Rahmen waren auch in diesem Jahr junge Erwachsene aus dem gesamten Bundesgebiet zusammengekommen, um gemeinschaftliche Projekte durchzuführen, bevor sie am folgenden Tag ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Einrichtung der Arche in einem anderen Land beginnen würden.

Die Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern des Graf-Adolf-Gymnasiums zu den durch die Flüchtlingshilfe e.V. Unterstützten waren während des Sprachpatenschaftsprojekts MitSprache und MINTegration des Graf-Adolf-Gymnasiums entstanden, das zum Ziel hat, Integration durch interaktive Sprachbildung zwischen jungen Menschen vor Ort zu fördern. Als besonderer Abschluss der gemeinsamen Erfahrungen dieses Schuljahrs sollte das Erleben einer interkulturellen Küche stehen, die die Herkunftsländer der Einzelnen kulinarisch erfahrbar macht:

So erfreute das afghanische Gericht „Lobia polo“ aus Reis, Bohnen und Hackfleisch, das von Hamid Saeedi und Shoaib Akhtari zubereitet wurde, die Gaumen der Anwesenden ebenso wie Gerichte aus der turkmenischen Küche wie „Paprika Mahschi“, Auberginensalat und „Tepsi Börek“, die Mumin Hasan, zugewandert aus dem Irak, für die nahezu 70 Gäste zubereitet hatte. Er sei hier, weil er sich sehr darüber freue, dass er mit einer Auswahl einiger Gerichte aus seiner Heimat diese den Gästen etwas näherbringen könne. Er koche gerne, auch für viele Personen und international, was die Vielfalt bis hin zum Angebot italienischer Speisen unter Beweis stellte. Vor allem aber sei er auf dem Fest, um neue Menschen kennenzulernen.

Diese Kontaktfreude ist auch Almahdi Almarrawi, zugewandert aus Syrien, ins Gesicht geschrieben: Nachdem er seinen duftenden Salat „Tabuhle“ angeboten hatte, erzählte er in großer Runde am Lagerfeuer von seinen Erlebnissen und Eindrücken, die er auf dem Weg hierher nach Deutschland gesammelt hatte. Nun habe er das Ziel, hier als Elektriker zu arbeiten, berichtet er und fügt hinzu, dass er es sehr genieße, hier im Austausch mit vielen Menschen zu stehen, die hiesige Kultur zu erleben sowie Eindrücke verschiedener Kulturen zu sammeln.

Nils Niemeyer, Schüler des Graf-Adolf-Gymnasiums der Jahrgangsstufe EF, ist von den Eindrücken der interkulturellen Kochkunst begeistert und berichtet erfreut darüber, dass sich im Rahmen des Sprachpatenprojekts MitSprache des Graf-Adolf-Gymnasiums, in dem er Mumin Hasan dabei unterstützte, Deutsch als Zielsprache zu vertiefen, eine Freundschaft zu diesem entwickelt habe.

Evelyn Futterknecht, Schulleiterin des Graf-Adolf-Gymnasiums, freut sich sehr darüber, dass die gemeinsam geschmiedete Idee hier auf so vielfältige Weise mit Leben gefüllt wurde:

Dass Menschen verschiedener Organisationen und Institutionen gemeinschaftsstiftende Ziele entwickeln und umsetzen und in diesem Prozess ganz selbstverständlich so viel interkulturelles Erfahrungspotenzial wirksam wird, hält die Schulleiterin für ein wesentliches Element sozialer Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen sowie für eine Gelingensbedingung zur Stärkung regionaler Kooperationsstrukturen.

Auch Gertrud Nicola, Leiterin der Arche e.V. in Tecklenburg, zeigt sich begeistert angesichts dieses Kooperationsprojekts zwischen Arche e.V., Graf-Adolf-Gymnasium und der Flüchtlingshilfe e.V. und macht noch einmal deutlich, dass sie einer zukünftigen Ausweitung der Kooperationsprojekte erfreut entgegenblickt. In ihren Augen habe sich das langjährige Motto der Arche e.V. „Du bist so angenommen, wie Du bist.“ an diesem Tag auf vielfältige Weise verwirklicht.

Artikel mit freundlicher Genehmigung aus den WN übernommen.