Schulwettkampf? Ja, bitte!!! – Sechs Nachwuchstalente am GAG schreiben ihre eigene Tischtennis-Story
Am Graf-Adolf-Gymnasium begann alles mit einer einfachen Frage von Schülerseite: Gibt es eigentlich Schulwettkämpfe im Tischtennis? Für Theo Kuhn, Silas Höhn, Leo Vietmeier, Helge Lutterbei, Elias Andreae und Mika Kunze aus der Jahrgangsstufe 6 wurde es der Auftakt zu einem beginnenden sportlichen Abenteuer. Vier der sechs, allesamt Spieler des TTC Ladbergen, wollten es genau wissen. Ihr Sportlehrer Michael Spratte nahm die Idee auf und meldete die Gruppe in ihrer Wettkampfklasse der unter Vierzehnjährigen. Doch dort wartete die erste Ernüchterung: keine Gegner, kein Turnier, keine Chance auf Wettkampfluft. Die Jungen reagierten pragmatisch – und mit einer Portion jugendlicher Unbekümmertheit. Wenn es in der U14 keine Gegner gibt, dann eben eine Klasse höher. Also ab in die U16.
Der Schritt war sportlich gewagt. Aus Mangel an Gegnern qualifizierte sich die Mannschaft direkt für die Bezirksmeisterschaften in Recklinghausen. Wie oft im Schulsport stand nun das logistische Problem im Raum. Lehrkräfte dürfen keine Schülerinnen und Schülertransportieren – und ohne Transport kein Turnier. An dieser Stelle sprang Thomas Kuhn ein, Vater eines Spielers, selbst aktiver Tischtennisspieler und Trainer der GAG-Mannschaft. Er nahm sich eigens frei, organisierte einen Bulli für die Fahrt und stellte sogar einheitliche Trikots. Außerdem übernahm er die Rolle des Coaches, unterstützt von Lehrer Spratte.
Die Mannschaft reiste mit einem klaren, realistischen Ziel an: Sie wollten nicht Letzte werden. Schließlich warteten dort ausschließlich ältere Gegner! Doch was dann geschah, überraschte alle – wahrscheinlich auch die Spieler selbst. Im ersten Match gegen Borken setzten die GAG-Jungs ein Ausrufezeichen und gewannen 6:3. Es folgte ein beinahe sensationelles 8:1 gegen Dülmen und ein weiteres 8:1 gegen Waltrop. Plötzlich standen sie vor einem echten Highlight: Ein Sieg noch gegen die starken Münsteraner, und man würde zur Landesmeisterschaft nach Düsseldorf fahren. Der Start verlief holprig, Münster ging schnell mit 3:1 in Führung. Die Sechs vom GAG kämpften sich jedoch Punkt für Punkt zurück. Beim Stand von 4:4 musste das letzte Doppel entscheiden. In einem spannenden Finale behielten die Münsteraner hauchdünn die Oberhand.
Die Mannschaft des Graf-Adolf-Gymnasiums wurde damit Vize-Bezirksmeister: Ein bemerkenswertes Ergebnis, insbesondere gegen die durchweg älteren Konkurrenzteams. Lehrer Michael Spratte und Thomas Kuhn kündigten bereits an, dass das Team im kommenden Jahr unbedingt wieder antreten werde – dann mit dem festen Vorsatz, auch das allerletzte Doppel für sich zu entscheiden.
Eine Frage von Schülern, Unterstützung seitens der Schule, engagierte Eltern und ein begeistertes Team – manchmal schreibt Schulsport die besten Geschichten selbst.
Sp / Ho