Theaterworkshop „Fetter Fisch“ – am GAG ein Riesenerfolg
Die Ankündigung auf der Internet-Plattform der Münsteraner Performance-Theatergruppe „Fetter Fisch“ für ihr an Schulklassen gerichtetes Stück „The BIG Thing“ hält, was sie verspricht: Es ist „eine außergewöhnliche Lecture-Performance über Selbstermächtigung und Zivilcourage für Menschen ab 13 Jahren!“
Zunächst erlebten die Jahrgangsstufen acht bis zwölf als Gruppen Gleichaltriger, die täglich gemeinsame Lernpensen bewältigen und sich individuell mit den Anforderungen und Eindrücken der Welt auseinandersetzen, den 50-minütigen Auftritt von zwei Performerinnen auf der Bühne der Aula. In szenischem Spiel und in direkter Ansprache der Jugendlichen Aspekte blickten sie auf die öffentliche Berichterstattung über besondere Menschen, dokumentierten und erforschten deren Beweggründe und Aktionen und stellten die „story behind the picture“ dar.
Das Stück wird unmerklich zu einer Geschichte von bekannten und unbekannten Menschen. Es erzählt „von kleinen Helden und weltberühmten Ikonen, von Menschen, die ihre Visionen in Aktionen umwandeln und Verantwortung übernehmen“. Ihr Handeln, das meist auch Regeln bricht, um Aufmerksamkeit zu generieren, zeigt Mut, hinterfragt Traditionen und bewirkt häufig auch eine positive Neugestaltung der Zukunft.
Greta Thunberg und die „Fridays-for-Future-Bewegung“ wurde durch die Jugendlichen selbst als Aktivistin benannt, die für die Idee des internationalen Klimaschutzes eintrat und dafür auch persönliche Risiken einging. Viele andere Beispiele bis hin zu dem sehr privaten und beherzten Einsatz einer Frau, ihr Talent des Singens auszubilden und weiterzuentwickeln, was auch weitere Generationen ihrer Familie künstlerisch beflügelte, wurden den Jugendlichen durch Bilder, Erzählungen, interessante Bühneneffekte – und durch ein Lied – nahegebracht.
Am Tecklenburger Graf-Adolf-Gymnasium bewegte die Aufführung an drei aufeinanderfolgenden Tagen, kombiniert mit zweistündigen Theaterworkshops mit Aufgaben und Übungen für die Jahrgangsstufen 8 bis 12, die Gemüter der Jugendlichen. Die Botschaft der Performance-Künstlerinnen, dass jeder einzelne Mensch Bedeutsamkeit besitzt und positive Impulse in die Welt geben kann, war angekommen. In den theaterpädagogisch angeleiteten Klassengruppen wurde deutlich, dass die Jugendlichen alle Übungen mit viel Ruhe und Konzentration durchführten.
Erkennbar war individuelle Hingabe ohne Angst vor einem eventuellen Fremdurteil, da gegenseitiges Beobachten nicht stattfand. Die Übungen wurden in einer Atmosphäre von Akzeptanz und gegenseitigem Respekt durchgeführt und alle Altersgruppen beendeten den Workshop mit dem Gefühl, an diesem Tag etwas Neues und Bedeutsames für sich selbst und als Gruppe gelernt zu haben. Schulleiterin Evelyn Futterknecht bedankte sich für diese Erfahrung theaterpädagogischen Inputs mit viel Anerkennung und der Hoffnung, dass „dies am GAG zu einem regulären Erfahrungsschatz für das Frühjahr werden könne“.
(Ho)
Copyright Fotos Titel/Ende: Thomas Mohn



