Model International Criminal Court

Beim Model International Criminal Court (MICC) handelt es sich um ein Simulationsspiel, bei dem vor historischer Kulisse auf dem Gut Kreisau im polnischen Krzyżowa Fälle internationaler Strafjustiz simuliert werden, die in der Vergangenheit etwa bei den Nürnberger Prozessen oder Sondertribunalen des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag verhandelt worden sind.

Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe schlüpfen dabei in die Rollen von Anklägern, Verteidigern, Richtern und Journalisten. Sie bereiten sich vorher in einer Arbeitsgemeinschaft auf ihre Rolle vor und lernen u.a. einen Grundstock an juristischem Fachvokabular. Bereits zu diesem Zeitpunkt treten sie per E-Mail in Kontakt mit ihren „Kolleginnen“ und „Kollegen“ aus anderen Ländern und kommunizieren mit diesen, wie auch später in Kreisau, in der Projektsprache Englisch.

In Kreisau selbst werden die Teilnehmer von fachlich versierten Studenten und jungen Berufstätigen im Hinblick auf ihren Fall, auf juristische Argumentation und Logik sowie auf Rhetorik trainiert. Insbesondere werden sie mit dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs aus dem Jahre 1998 vertraut gemacht, da dieses (anders als in der historischen Realität der ausgewählten Fälle) bei dem Projekt als Rechts- und Verurteilungsgrundlage dient.

Dazu treten Seminare, die versuchen, das Fundament des internationalen Strafrechts näher zu beleuchten, und werfen dabei Fragen auf wie beispielsweise „Why do we punish?“ auf. An den letzten beiden Projekttagen schließlich finden die simulierten Verhandlungen und Urteilsverkündungen mit sich anschließenden Pressenkonferenzen statt.

Nicht hoch genug angesetzt werden kann außerdem das interkulturelle Lernen, da die Teilnehmer Schülerinnen und Schüler aus verschiedensten Ländern der Welt kennen und schätzen lernen und beispielsweise an einem interkulturellen Abend ihr Heimatland vorstellen müssen. Während Deutschland und Polen als Teilnehmerländer gesetzt sind, ändern sich die anderen Teilnehmerländer von Jahr zu Jahr und umfassten beispielsweise in den letzten vier Jahren Argentinien, Bangladesch, Bosnien-Herzegowina, Israel, Kroatien, Myanmar, die Niederlande, Portugal, Serbien, Südafrika, die USA und Vietnam.

Das Graf-Adolf-Gymnasium ist seit mehr als zehn Jahren Partner der ausrichtenden Kreisau-Initiative. Das Projekt wurde damals von Frau Höhl gestartet und wird aktuell von Herrn Sechelmann betreut.

Was sind die Teilnahmevoraussetzungen?

  • Interesse an Geschichte, Politik und moralischen Grenzfragen
  • solide, aber keineswegs perfekte Englischkenntnisse (was zählt, ist erfolgreiche Kommunikation, nicht Fehlerfreiheit!)
  • Lust, Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern kennen zu lernen
  • die Bereitschaft, sich in den Wochen vor dem Seminar in einer AG und zuhause in das Thema einzuarbeiten