Allgemeines

Erprobungsstufe

Willkommen am GAG! – Die Erprobungsstufe in den Klassen 5 und 6

Der Übergang in das Gymnasium erfolgt in der Regel nach dem 4. Grundschuljahr. Die Grundschule berät die Eltern und erstellt mit dem Halbjahreszeugnis der Klasse 4 auf der Grundlage des Leistungsstands, der Lernentwicklung und der Fähigkeiten der Schülerin bzw. des Schülers eine begründete Empfehlung für die Schulform, die für die weitere Laufbahn geeignet erscheint. Die letztendliche Entscheidung über die Anmeldung am Graf-Adolf-Gymnasium treffen aber die Erziehungsberechtigten.

Von Bedeutung für den schulischen Erfolg des Kindes am Gymnasium sind neben theoretischen Begabungen und Fertigkeiten sein Lernwille und eigenständiges Interesse am Lernen, seine Belastbarkeit und Arbeitsbereitschaft. In der Beratungswoche oder bei der Anmeldung spricht die Schulleitung mit den Erziehungsberechtigten und dem Kind auch über diese Aspekte, bei Bedarf wird ein weiteres Beratungsgespräch vereinbart.

Die Klassen 5 und 6 sind zu einer pädagogischen Einheit zusammengefasst mit dem Ziel, den Übergang von der Grundschule zu erleichtern, indem an Arbeitsweisen der Grundschule angeknüpft wird. Von Anfang an ist der Unterricht auf die Anforderungen des Gymnasiums und dessen Bildungsziel – die allgemeine Studierfähigkeit – ausgerichtet. In den Klassen 5 und 6 haben die Schüler an einem Tag der Woche nachmittags Unterricht bei wöchentlich 30 Kern- und zwei Ergänzungsstunden, die dem erhöhten Englischunterricht, dem Programm sozialen Lernen „Lions Quest“ und der informationstechnologischen Grundbildung zugeordnet sind. Klassenübergreifend gibt es eine dreistündige „Bläserklasse“, die zwei Jahre parallel zum zweistündig unterrichteten Musikunterricht eingerichtet wird. Individuelle Instrumentenproben finden an einem zusätzlichen Nachmittag statt. Ähnlich konzipiert ist die „Chorklasse“, die die Inhalte des Musikunterrichts vokalpraktisch erarbeitet und ebenfalls mit drei Stunden wöchentlich unterrichtet wird. Hier steht Stimmbildung und das gemeinsame Singen im Vordergrund.

Die GAG-Methodenhefte verstehen sich ab der Klasse 5 als unterrichtsbegleitende Maßnahme, selbstständiges Lernen zu fördern, Lernmethoden schulverbindlich einzuführen und Chancengleichheit herzustellen. Die Einteilung innerhalb der Parallelklassen eines Jahrgangs erfolgt unter Berücksichtigung regionaler Kriterien und eines ausgewogenen Geschlechterverhältnisses. Zudem bleiben Grundschüler immer auch mit Mitschülern ihrer Herkunftsklasse in einer GAG-Klasse.

Im offenen Ganztagsangebot bietet das GAG für alle Schülerinnen und Schüler in der Schulmensa einen Mittagsimbiss sowie Arbeitsgemeinschaften, die freiwillig in der siebten und achten Stunde besucht werden können. Das AG-Angebot kann musikalische, künstlerische und sportliche Angebote ebenso wie Theater- und Computerprojekte umfassen.

In den Erprobungsstufenkonferenzen, die vierteljährlich stattfinden und an denen alle in den Klassen 5 und 6 unterrichtenden Lehrkräfte teilnehmen, wird die persönliche Entwicklung jedes Kindes eingehend besprochen, ggf. bei Schwierigkeiten Hilfe angeregt, die mit den Eltern im Weiteren abgestimmt wird. Die endgültige Entscheidung darüber, ob ein Kind das Gymnasium besuchen kann, fällt mit der Versetzung oder der Nichtversetzung am Ende der zweijährigen Erprobungsstufenzeit. Da die Klassen 5 und 6 eine pädagogische Einheit bilden, findet keine Nichtversetzung von der Klasse 5 in die Klasse 6 statt. Drei Jahre beträgt die maximale Gesamtverweildauer in der Erprobungsstufe, das heißt, auf Elternwunsch kann die Klasse 6 wiederholt werden. Am Ende der Klasse 5 erfolgen intensive Beratungen zur Wahl der zweiten Fremdsprache, Französisch, Latein oder – als neues Angebot ab dem Schuljahr 2016/17 – Spanisch, die obligatorisch ab der Klasse 6 zu belegen ist. Durch Informationsblätter, Schnupperunterricht und einem Informationsabend sollen die Kinder und ihre Eltern so beraten werden, dass sie sich für Französisch, Latein oder Spanisch entscheiden können. Im zweiten Halbjahr der Klasse 6 erfolgen die Beratungen zur Wahl des Profilzweiges ab der Mittelstufe. Denn zur Klasse 7 wird der in der Erprobungsstufe bestehende Klassenverband aufgelöst und jedes Kind wählt ein bilinguales, ein kreatives oder ein MINT-Profil. Auch hier erfolgt die Beratung durch einen Flyer, an einem Informationsabend und bei Bedarf in Form von individuellen Gesprächen. Während der Erprobungsstufenzeit bemüht das GAG sich um einen intensiven Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen der Grundschulen. Deren Teilnahme an Erprobungsstufenkonferenzen, ggf. gegenseitige Unterrichtshospitationen, fachspezifische Gesprächsnachmittage und die Mitarbeit im Projekt „Zukunftsschulen NRW – Netzwerk Lernkultur Individuelle Förderung“ dienen der Verwirklichung des Zieles, die Arbeitsweise der Grundschule kennen zu lernen und fortzusetzen und somit Übergangsprobleme einzugrenzen.

Um den Schulwechsel fließend zu gestalten, lädt das GAG interessierte Eltern im November oder Dezember zu einem Informationsabend ein, dem im Januar der „Tag der offenen Tür“ folgt. Eine Beratungswoche mit der Möglichkeit für individuelle Fragen und Gespräche schließt sich an. Nach den Anmeldetagen gibt es einen „Schnuppernachmittag“ zum Kennenlernen der Klassen und neuen Klassenlehrer für die angehenden Fünftklässler noch vor den Sommerferien, einen unterrichtsfrei gestalteten ersten Schultag am GAG mit Klassenfotos, eine sanfte erste Schulwoche mit viel Zeit beim Klassenlehrer bzw. bei der Klassenlehrerin sowie den Klassenpaten und einen Kennenlernwandertag am Ende der ersten GAG-Schulwoche. Das Begrüßungsfrühstück mit dem sechsten Jahrgang und die Kennenlerntage in der Ev. Jugendbildungsstätte Tecklenburg mit einer gemeinsamen Übernachtung und einem bunten Rahmenprogramm mit erlebnispädagogischen Stationen und vielen Spielen erleichtern das Einleben in den neuen Klassenverband. Neben einem Hallensportfest am letzten Tag vor den Herbstferien erwarten die „Neuen“ ein Weihnachtssingen in der Aula und ein Karnevals- oder Frühlingsfest im ersten Schuljahr am GAG. Patenschüler aus dem 9. bzw. 10. Jahrgang begleiten die Kinder innerhalb der Erprobungsstufe und gestalten mit Spielideen regelmäßig Patenpausen und Streitschlichter können bei Konfliktangelegenheiten vermitteln.

Die Klassenfahrt im 6. Jahrgang, ein alle zwei Jahre ausgetragenes sommerliches Erprobungsstufensportfest, die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ oder das Projekt „Medienpass NRW“ in der Klasse 5, die Teilnahme am bundesweiten Vorlesewettbewerb oder am „Bundeswettbewerb Fremdsprachen“ in der Klasse 6, der Känguru-Mathematik-Wettbewerb, eine Winterwanderung zum Eislaufen in Ibbenbüren oder Theaterfahrten verstehen sich als Ergänzung über den Schulalltag hinaus und dienen der Förderung des Gemeinschaftsgefühls innerhalb der jeweiligen Jahrgangsstufe. Als UNESCO-Projektschule führt das GAG die Schülerinnen und Schüler der Erprobungsstufe an die Leitideen und Ziele dieses weltweiten Schul-Netzwerkes heran, z.B. durch die Mitarbeit in der UNESCO-AG oder zweijährlich durch die UNESCO-Projekttage.