Methodenkonzept

Methodenkonzept

Weniger Ist Mehr
Eigenverantwortlich lernen können und wollen

Individuelle Förderung KONKRET

am Graf-Adolf-Gymnasium in Tecklenburg

Methoden kennenlernen und kompetent anwenden und sein eigenes Profil entdecken

Das Graf-Adolf-Gymnasium arbeitet seit 1995 kontinuierlich an seinen Bausteinen zur individuellen Förderung und ihrer jahrgangsbezogenen Ausgestaltung.
Im Jahr 2013 wurde das Gymnasium als Referenzschule mit einer Zugehörigkeit zum Netzwerk Zukunftsschulen NRW ausgezeichnet, einer landesweiten Vernetzung von Schulen, die Konzepte zur individuellen Förderung bereits über einen langen Zeitraum erarbeitet haben und sich untereinander über ihre spezifischen Module und Verfahrensweisen austauschen, um so zu einer Lernkultur individueller Förderung beizutragen.

Neben der Profilbildung sind die Methodenhefte ein weiterer wichtiger Baustein der nachhaltigen individuellen Förderung und eine Basis für eigenverantwortliches Lernen. Es gibt inzwischen drei Hefte – jeweils für die Erprobungs-, Mittel- und Oberstufe, die allen Schülerinnen und Schülern stufenbezogen in die Hand gegeben werden; Methoden des Lernens und Arbeitens werden knapp dargelegt und an Unterrichtsmodule gebunden.

Die Methodenhefte

Die Richtlinien und Lehrpläne für das Gymnasium erteilen den am Schulleben Beteiligten den Auftrag, den Schülern nicht nur Wissen und fachliche Kompetenzen zu vermitteln, sondern auch bestimmte Grundhaltungen in ihrer Lern- und Leistungsbereitschaft.
Seit dem Schuljahr 2005/2006 bieten wir am Graf-Adolf-Gymnasium ein Konzept an, das die Erfahrungen der unterrichtlichen Praxis einbezieht und sich auf Wesentliches konzentriert: Weniger ist Mehr.

Die Praxis einzubeziehen heißt, sich nicht an dem zu orientieren, was grundsätzlich möglich ist, sondern an dem, was am dringendsten nötig ist.
So liegen die gravierendsten methodischen Defizite der Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Oberstufe nach Auffassung der Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Lesefähigkeit und des Textverständnisses. Hier anzusetzen bedeutet Konzentration auf das Wesentliche, denn die Arbeit mit Texten ist nach wie vor zentraler Bestandteil im Prozess gymnasialen Lernens.

Der kompetente Umgang mit Texten steht also im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Und hier kommt der Deutschunterricht ins Spiel, denn der stellt das methodische Instrumentarium, die erforderlichen Kenntnisse, Strategien und Arbeitstechniken zur Verfügung, um Texte zu verstehen und zu analysieren – als Voraussetzung, um sich mit ihnen kritisch auseinanderzusetzen.
Die Schülerinnen und Schüler „sollen über unterschiedliche Schreibformen verfügen, deren Funktion kennen und mit ihrer Hilfe ihre Argumentations- und Analysefähigkeiten entwickeln. […] Es ist eine wichtige Aufgabe des Deutschunterrichts, den Schülerinnen und Schüler den Zugang zur Welt der Sach- und Gebrauchstexte, der Medien, vor allem aber der Literatur zu eröffnen. Texte zu verstehen, ihnen Informationen zu entnehmen, die Wirkungsweisen von Medien zu kennen und einzuschätzen, ist für die Fortsetzung der Schullaufbahn oder für eine berufliche Ausbildung von großer Bedeutung.“

Bedeutsame Elemente dieses Konzepts sind:

  • eine genaue Abstimmung des schulinternen Curriculums und verbindliche Absprachen unter den Lehrerinnen und Lehrern und
  • Fixierung von Regeln, Hinweisen, Schemata usw. in gedruckten Methodenheften (jeweils für die Jahrgangsstufen 5/6, 7/8 und 9/Oberstufe).

Grundlegende methodische Fertigkeiten, wie z. B. der Umgang mit Gruppenarbeit, werden im 2. Kapitel der Hefte I, II und III vorgestellt.
Da, wo es sachlich sinnvoll ist, beziehen wir Fächer wie Englisch, Erdkunde, Geschichte, Mathematik, Chemie, Physik und Kunst mit ein, um so nach dem Prinzip konzentrischer Kreise einen Zuwachs an Komplexität und vertiefender Übung im Verlauf der Sekundarstufe I zu sichern.

Die Methodenhefte sind in erster Linie ein Nachschlagewerk für Schülerinnen und Schüler. Alle aufgeführten Fertigkeiten werden im Unterricht eingeführt und geübt. Unser Ziel ist es also, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, Verantwortung für ihr Lernen übernehmen zu können.
Aber wir wissen auch, dass Lerntechniken inhaltsspezifisches Wissen nicht ersetzen können und Übung, Routinebildung und Automatisierung immer komplexerer Inhalte notwendig sind. Dazu gehört auch, sich sorgfältig auf die Klausuren in der Oberstufe vorzubereiten, die Operatoren und die mit ihnen verbundenen Anforderungen zu kennen und umsetzen zu können. Da die Darstellungsleistung in den Klausuren aller Fächer die jeweilige Endnote stark beeinflusst, müssen Schülerinnen und Schüler darin unterstützt werden, Kriterien für diese Leistung zu verstehen und zu berücksichtigen.

Im letzten Kapitel des dritten Heftes ist noch einmal kurz aufgeführt, was unter „Sonstiger Mitarbeit“ zu verstehen ist und wie sie bewertet wird. Auch diese Ausführungen möchten dazu beitragen, Lernansprüche in der Oberstufe transparenter zu machen und vor allem Schülerinnen und Schüler zu motivieren, Lernen zu ihrer eigenen Sache zu machen.